Erlebnisse im Nordland
Die Klane hat ja Geburtstag - bald.... ach du Schande, da fällt mir ein, dass damit auch der Pate Geburtstag hat (ähm.. Inputs?????????)
Jedenfalls hatte ich DAS Geschenk - die Deutsche Post und Österreich scheinen ein Wegräuberabkommen abgeschlossen zu haben und so bat ich den Verkäufer, das Päckchen um ca 10% der ursprünglichen Versandkosten zum Nordmann zu schicken.
Der fand eine Benachrichtigung vor und hinterließ eine Nachricht für den 2. Zustellversuch: "Bitte in die Garage" - bei einem 3500 Seelendorf durchaus üblich. Diese Benachrichtigung fand der junge Mann von DPD nicht und bat - per Benachrichtigung - um Anruf zwecks Terminvereinbarung.
DPD kann sich aber nicht auf eine Zeitspanne von 2-3 Stunden festlegen (da eindeutig Land) und so wurde das Päckchen in einem Shop 4 km entfernt hinterlegt. Unter der angegebenen Adresse gibt es aber nur ein leeres Geschäftslokal. Nochmals telefoniert - die Dame verwirrt... ah... falsche Hausnummer in einer langen Straße!
Ich fuhr dorthin, hab dank Navi mich auf den 4 km nicht verfahren und.. kein Päckchen... wurde bereits wieder mitgenommen, da die Hinterlegung angeblich nur einen Tag erfolgt. Der nette Friese des Shops verstand die Welt nicht - oft lägen Päckchen 3-4 Wochen dort... Nur meines leider nicht.... grrrr
Nehalennia - 12. Jun, 15:36
Heute regnet und regnet und regnet es... unterbrochen von richtigen Weltuntergangsstimmungen und freiwillig geh ich erst gar nicht außer Haus (außer natürlich auf die überdachte Terasse)...
Der Norden scheint mich ja wettertechnisch nur bedingt zu wollen... wenn ich da an die Ostseetour, noch schlimmer die Nordseetour denke....
Ich zieh mich jetzt eine zweite Weste an!
Nehalennia - 11. Jun, 16:32
Prinzipiell nehme ich für mich in Anspruch, eine durchaus weltoffene, tolerante Frau zu sein, die anderen Kulturen immer offen und neugierig gegenüber steht.
Allerdings komme ich nicht umhin, englische Küche als furchtbar zu bezeichnen. Nun liegt das Nordland nicht weit von England weg und wenn die Bratensauce zu Wiener Schnitzel gereicht wird - auch Tunke genannt - fand ich das schon vor 20 Jahren als grenzwertig.
So meinte ich auch, Deutschland hätte keinen guten Wein. Dieses Vorurteil wurde bereits vor 2 Jahren in der Ostsee zerschlagen, als ich sehr skeptisch den angeblich guten trockenen Roten verkostete. Mein Gesicht muß Bände gesprochen haben...
Langsam stelle ich fest, daß ich kulinarisch durchaus auf meine Kosten komme. Zum einen, da der Nordmann liebend gerne und ständig kocht (und das immer viel zu viel), zum anderen daß es hier Gerichte gibt, die ich echt gut finde.
Zum Beispiel Sauerbraten. Allein der Klang dieses Wortes ließ mich früher vor Grauen erschaudern. Als ich das Fleisch in der Vorbereitungszeit sah, schwor ich, keinen Bissen davon zu kosten... Und doch... es schmeckt wie Pasticada (kroatisch)... lecker!
Der Inder (man beachte die Herkunft) "um die Ecke" (4km entfernt) macht vermutlich die besten Gnocchi von ganz Europa.
Fischzubereitung beherrschen sie hier eh und die Preise... mmmhm... da kann man sich ohne mit der Wimper zu zucken 3x pro Woche Scampi leisten ;-) Zwar nicht mit der für mich sonst untrennbar verbundenen Busara-Weinsauce, aber wirklich gut!
Und der Bäcker erst! Ich werd mich nie an das Wort "Brötchen" gewöhnen, aber diese Leckereien.... Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen!
Oder aber Mett: bekannterweise esse ich gar nicht viel Fleisch, Prosciutto, Lungenbraten, aber auch Beef Tatare kann ich kaum widerstehen... Mett ist ähnlich - rohes Fleisch mit Zwiebel und Gewürzen, aber ohne Ei und Paprika.... Köstlich! Für Mett bin ich schon extra in den Supermarkt gefahren...
Nur der Kaffffe - DEN beherrschen sie im Gegensatz zum Kaffee ;-) Und wenn ich einen Kaffee mache, schreit meine Umgebung nach dem Kardiologen und ich rücke bereits mit heissem Wasser zum Verdünnen an.
Nehalennia - 11. Jun, 11:26
Wie schon mehrmals erwähnt, lernte ich den Nordmann beim Segeln kennen. Vor annähernd 2 Jahren. Seither waren wir zwar bereits gemeinsam auf einem Boot, nicht aber auf einem Segelboot.
Der Trip nach Helgoland zu Ostern fiel der Schulter wegen ins Wasser, das Wochenende rund um den 1. Mai war völlig verplant und bei seinem Besuch saßen wir zwar beim Hofbauer, aber der Hunger ließ uns nach dem Klettern doch kein Boot mieten.
Dem Nordmann seine sportliche Hightech-Jolle steht neben der Garage und wartet auf handwerkliche Zuwendung. Das knappe Jahr Mißachtung am Gelände schadete dem Rumpf. Aber was dann?
Beim Leuchtturmschwimmen erfuhr er, daß ein ehem. Seekollege nun die Marinejugend leitet und wir uns dort einen Piraten ausborgen können. Anmerkung für Nicht-Segler: der Pirat ist eine kleine Jolle mit zwei Segel.
Also ab zum Nordhafen... da wurden uns Feststoffschwimmwesten verordnet und skeptische Blicke der Jugend begleiteten uns Alten noch einige Zeit. Auch der Pirat hatte schon bessere Zeiten gesehen. Der Block der Vorschot fiel beinahe ins Wasser, der Großschotblock löste sich auf, die Umlenkrolle beim Schwert war bereits zerbrochen und das Schothorn der Fock war.. ähm.. durchlässig. Aber wen kümmert´s?
Wir fuhren zu den großen Schiffen, spektakuläre Zweimaster waren zu sehen. Der Nordmann kam ins Schwärmen und wurde übermütig. Er visierte Tonnen an, sodaß ich abklatschen hätte können. Aber der große Unterschied zu KTC: der Nordmann hat es scheinbar im Griff!
Die Windverhältnisse ähnlich wechselnd wie auf der Alten Donau, so viele Wenden fuhr ich schon lange nicht mehr. Der Himmel verhieß schon die längste Zeit nichts Gutes und just zu dem Zeitpunkt, zu dem wir am weitesten vom Steg entfernt waren, überkam uns ein Wolkenbruch der Extra-Klasse, gefolgt von einem erstklassigen Sonnenschuß - die Böe war heftig und der Großschotblock klemmte ;-)
So naß war ich schon lange nicht mehr in so kurzer Zeit! Wir suchten Schutz unter einem der großen Frachtschiffe, die aufgrund Nichtauslastung überraschend im Hafen lagen. Nur hat der Pirat doch einen überraschend hohen Mast oder aber die Marianne ist überraschend niedrig geschnitten. Außenstehende hätten meinen können, wir wollten die Marianne kapern.
Es war eh schon wurscht - naß bis auf die Knochen - schallendes Gelächter, funkelnde Augen. Grad sein Handy in der Jackentasche sorgte für kurzes Stirnrunzeln. Aber daran war jetzt auch nichts mehr zu ändern.
Zurück am Steg schlug uns der rauhe Umgangston der Verantwortlichen gegenüber den Kindern um die Ohren und ein herbes "Segeln ist ein Wassersport". Na geh? Wirklich?
Fazit: ein witziger, wenngleich viel zu kurzer Ausflug und Verwunderung über die Art und Weise wie manche mit Kindern umgehen...
Nehalennia - 9. Jun, 18:11
.. bin ich nach 3 Stunden Spazierengehen.... schrieb ich eben Spazieren? Das war eindeutig mehr Nordic Walking ohne Stöcke...
Hinterhältig lotste mich der Nordmann zu einer Hundetour.. gleich vom Haus weg... kann also nichts aufregendes sein. Er erwähnte den Ort Z. - nun gut... 3 km lt. Wegweiser entfernt. Also 6 km, sind ca 1,5 Stunden. Ich marschierte los, grinste anfangs noch über seine Schrittgeschwindigkeit, die meiner nicht so unähnlich ist. Nur leider macht er fast doppelt so lange Schritte...
Den kühlen Wind spürte ich bald nicht mehr, eher warmen Schweiß am Rücken.
Es ging quer über Feldwege und in.... puh.. uff...... ächz... laaaangem Bogen wieder zurück! gggrrr... es waren 12 km! Ich konnte mich kaum mehr rühren, ließ mich auf der Terasse auf die Bank fallen und mit Kaffee verwöhnen. Mein Knöchel schmerzte, die Oberschenkel gut durchblutet...
Hallo? Ich bin ein Stadtkind!
Hallo? Meine Kondition ging vor Jahren flöten!
Hallo? Du bist doch bitte 6,5 Jahre älter, also verhalte dich bitte auch so!
Hallo? Warum mach ich das eigentlich mit?
Hallo? ja genau, weiter mit der Fußmassage ;-)
Nehalennia - 8. Jun, 20:26