my soul and I
"Mädel, du bist zu wenig weiblich"
Was mach ich denn DAMIT? Weiblich - ich bin eindeutig eine Frau und damit weiblich. Was ist hier zuwenig?
Je länger ich über diese Aussage nachdenke, desto weniger kann ich damit anfangen. Bedeutet weiblich zu sein, in hochhakigen Schuhen und kurzen Röcken herumzulaufen? Nein, dann stimmt es, dann wär ich nicht besonders weiblich! Aber das kann es doch nicht sein....
Hilfloses Augengeklimper beherrsche ich nur bedingt - ich mag es nicht, mich auf diesen Weg zurückzuziehen, wenngleich auch ich lernen mußte, daß man damit oftmals weiterkommt.
Definition von "Weiblichkeit" lt. Wikipedia: „Weiblichkeit“ bedeutet auch die Projektion eines Bündels von Normen, die von der Gesellschaft oder Gruppen einer Gesellschaft für Mädchen und Frauen gesetzt werden.....Diese Normen bezüglich der Weiblichkeit betreffen Aussehen, Verhalten, Fähigkeiten, Bedürfnisse, Rechte und Funktionen in der Gesellschaft usw. und leiten sich aus den Geschlechtermodellen, bei Menschen weiblichen Geschlechts dem Frauenbild usw. ab."
Hilft auch nicht weiter...... aber vielleicht sollt ich mal nicht über mich und mein Verhalten nachdenken. Vielleicht sollt ich schlicht und ergrefend über die Person dieser Aussage nachdenken? Hm..... da bleibt nur noch eine Feststellung über: Macho! :-)
Das bringt mich zu dem Gedanken, ich sollte den Monat April "mir" schenken. Im Sinne von, ich denke NICHT über mich nach - ich stelle nicht mich in Frage, sondern nur noch andere!
Ich würde allerdings auch den Versuch einer Antwort auf zwei Fragen hinausschieben: Warum mag ich mich offensichtlich nicht? Warum fühle ich mich ständig bemüßigt, mich für manches verantwortlich zu fühlen, obwohl doch gar keine Veranlassung besteht.
Nehalennia - 28. Mär, 12:38
Seit 6 Jahren lebe ich allein, seit 4 Jahren bin ich geschieden, meine letzte "Beziehung" vor 2,5 Jahren beendet, die letzte Affäre vor ca 1 Jahr.
Seit ca 6 Wochen habe ich das Gefühl, unsichtbar zu werden. Warum, weiß ich nicht. Heute ging es eigentlich wie in einer Telefonzentrale zu, ich werde immer wieder angerufen, doch bis auf wenige Ausnahmen stresst mich das eigentlich. Ständig hab ich das Gefühl, die Anrufer wollen was von mir, bis auf die wenigen Ausnahmen ruft kaum jemand meinetwegen an.
Heute in der Kletterhalle hatte ich mit der Dramatischen, die für ihre Verhältnisse seit fast 1 Jahr so gut wie undramatisch ist, tolle Erfolgserlebnisse. Ich bin im Nachstieg 2x 6 gegangen, einmal 6-. Der guten Ordnung halber möchte ich anmerken, die Dramatische ist konditionell mir um Lichtjahre voraus, technisch beim Klettern soundso. Heute schaffte ich erstmals eine Route, die sie nicht schaffte.
Und doch gab es ein Erlebnis, das mich - sehr zu meiner Irritation - aus den Schuhen gehoben hat. Mich kalt erwischt hat und ich über meine Reaktion selbst höchst irritiert bis sehr verärgert war.
Danach der Klassiker - Salamipizza zu zweit, das Tiramisu blieb im Vorzimmer stehen.... Ein berührendes Gespräch..... bis irgendwann die Tränen liefen. Ich war immer stolz darauf, alleine gut zurecht zu kommen. Nicht, daß ich das immer erstrebt habe (eher im Gegenteil), doch was nicht ist, ist eben nicht. Daraus muß man das beste machen.
Doch heute.... es hat mich eiskalt erwischt und ich muß vor mir selber eingestehen, daß ich einsam bin. Nicht im Sinne von zu wenig sozialen Kontakten. Doch "nach Hause kommen" fehlt einfach. Mir das selbst einzugestehen kostet mich ziemlich viel Stolz. Ich kann gut für mich selbst sorgen, weiß meist, etwas mit mir anzufangen. Erlebt habe ich einiges, überstanden vieles und ließ mich nicht unterkriegen.
Seit 6 Wochen bin ich mehr als antriebslos. Es würde nur sehr, sehr wenigen auffallen, würde ich plötzlich nicht mehr aufstehen und da bin ich gut im täuschen & tarnen.
Würde ich das bei jemanden lesen, würde ich auf sehr oberflächliche soziale Kontakte schließen. Das glaub ich bei mir nicht. Aber wann glaubt man so was schon bei sich selbst....
Einsam, ich für mich... und ich reiche mir zur Zeit einfach nicht. Es ist wie es ist - und was mach ich jetzt damit??
Nehalennia - 21. Mär, 23:22
Nach Jahren raffte ich all meinen Mut zusammen und wollte mich - zwecks Verringerung des 7/8 Unterbewußtseins - einer Familienaufstellung stellen.... Irgendwie will das wohl nicht sein, die Therapeutin liegt mit Lungenentzündung im Spital...
Was hatte ich mir erhofft? Warum war ich so enttäuscht, als die Absage erfolgte? Was hätte sich geändert, wenn es stattgefunden hätte....
Derzeit erlebe ich mich ziemlich energie- und antriebslos.... Es klingt vielleicht nach außen nicht so (im Täuschen und Tarnen war ich immer ganz gut), aber wenn ich so richtig ehrlich mit mir bin... Nunja.... Ich muß seit Jahren erstmals gegen nichts und niemanden kämpfen, mich nicht gegen Ungerechtigkeiten stellen! Ein doch wunderbarer Zustand! Aber kann es sein, daß mich immer nur das Kämpfen antrieb...?
Auch diesen Zustand werde ich irgendwann überwinden, aber es macht mich verzagt - kaum habe ich Zeit für mich selber, ruhe und Frieden, werde ich immer kleiner... Für mich erscheint mir so wenig wert... Dabei mag ich mich doch schon seit längerem...
Was will ich heute wirklich tun??? Ich sollte..., ich sollte... genau das fällt mir ein... aber was will ich???? In der Sonne sitzen - ha, ha, es regnet - such dir was anderes!
Schwierig, schwierig!
Nehalennia - 29. Feb, 10:17
Ganz erstaunt las ich heute meinen eigenem Blog - ist das alles wirklich in meinem Leben geschehen? An vielen Stellen mußte ich schmunzeln, zumal mir auch einige Ereignisse einfielen, die ich nicht mit einem Augenzwinkern darstellen konnte und daher verschwiegen hab.
Mein Leben vor einem Jahr sah definitiv noch so ganz anders aus. Ich erinnere mich, daß ich zwischen den Feiertagen gearbeitet hab, um möglichst vieles noch zu dokumentieren. Arbeiten - ich kann mir im Moment ja gar nicht vorstellen, wie das ist ;-)
Die Klane hat mich längst fordernd gefragt, wieso es um Nehalennia so ruhig geworden ist. Die Wahrheit ist, daß zur Zeit fast zu viele Übergänge stattfinden und sie außerdem noch nicht artikulieren kann.
Jahreswechsel war - Rückblick/Vorschau? Hm... das paßt gar nicht so wirklich. Mich in die Reihen der Rückblicke einreihen. Ich las eben, ich wünschte, 2007 soll wie ein Feuerwerk werden, auf das mir der Mund offen bleibt (und wurde gleich wieder von dem Gedanken verunsichert: sei vorsichtig, was du dir wünscht - es könnte in Erfüllung gehen). Wie ein Feuerwerk - eine sehr treffende Beschreibung für 2007 - mir blieb wirklich vor lauter Schönheit und tollen Begebenheiten oftmals der Mund weit offen...
Rückblick der Atlantikreise? Mein persönliches Atlantis... Ich grinse noch immer von einem Ohr zum anderen, wenn ich daran denke! Auch das war eine Art Übergang - später dazu mehr.
Übergang mehrerer Beziehungen zur Zeit - nein, das kann ich noch nicht artikulieren. Hier geht es nicht zwangsläufig um Liebensbeziehungen, zumindest nicht um meine Liebensbeziehungen. Schrieb ich da gerade "Plural" bei mir :-) Hallo, hallo! Aus keiner gleich Plural zu machen ist aber auch eine Gabe!
Übergang von der Atlantikreise zu dem Leben in Wien? Ich grinste, während ich das schrieb - Nein, auch kein Thema für Nehalennia. Jedenfalls nicht im Moment.
Bevorstehender Übergang, wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Zurückzufinden? Nein! Dieses eine möchte ich nicht mehr zurück. Aber welches wird es? Und was heißt schon geregelt? Nein, in ein geregeltes mag ich auch nicht mehr zurück (Anm: ähm... war es denn meines jemals geregelt??) Kein geregeltes Leben, aber wenigstens zu einem geregelten Einkommen ;-)
Als ich "in the middle of nowhere" am Atlantik, am Vorschiff sitzend, ins Leere starrte und mir doch, wie täglich, den Kopf über manche "Baustellen" zerbrechen wollte, passierte was Untypisches für mich. Auf dem Weg nach vorne (nicht, daß die 10 m so lang wären, aber durch das ständige Festhalten kommt es einem lange vor) verlor ich den Faden - worüber genau wollte ich nachdenken? Da war nichts - nichts zum Denken. Ich war im positivsten Sinne des Wortes leer. Friedlich leer! Eine selten gekannte Ruhe breitete sich in mir aus und ich war genau in diesem einem Moment. Die Sonne zauberte Diamanten aufs Meer, der Wind spielte mit meinen Haaren (witzig, hören konnte ich den Wind da gar nicht mehr - er ist zum Alltagshintergrundgeräusch geworden) - ich saß dort mit offenen Mund ob der Schönheit und mußte an gar nichts mehr denken. Ehrlicherweise wollte ich es dann auch gar nicht mehr. Es war "nur" friedlich! "Nur" - welche Verminderung dieses herrlichen Zustandes...
Aber vielleicht befinde ich mich gar nicht in irgendeinem Übergang? Vielleicht bin ich auch tatsächlich angekommen. Sollte mir das zu denken geben, daß ich offensichtlich "in the middle of nowhere" angekommen bin ;-)) Nein, ich weiß, daß dem nicht so ist. Ich fühle mich in der Tat in mir angekommen und Worte können diesen Zustand nicht beschreiben. "Es paßt so" - klingt nach Trainersprache, klingt abgedroschen und doch "paßt´s"...
Gestern abend an einer Straßenbahnstation (ja, ich fahre tatsächlich dann und wann öffentlich!), als mich der Wind (DIESER war kein Hintergrundgeräusch) in der feuchten Kälte zittern ließ und ich nach der Bim Ausschau hielt, schoß mir dieser Gedanke durchs Hirn (ich glaub, er kam aus dem Bauch): Das wird alles wunderbar, ich weiß zwar nicht, wie ich das anstellen werd, aber ich weiß, das wird!
Nehalennia - 4. Jan, 10:12
Seit einigen Monaten werde ich immer wieder mit Situationen aus der Vergangenheit konfrontiert. Scheinbare Zufälle, die so gehäuft auftreten, sodaß es eigentlich keine Zufälle mehr sein können.
Das zusätzliche Boot, das uns als Schlafschiff die ganze Woche (und jetzt auch noch) zur Verfügung gestellt wurde, registrierte ich kaum, da ich am Regattaboot schlief. Eigentlich nur als Wäscheleine für mein Handtuch ;-)
Irgendwann bemerkte ich, daß es eine Bavaria 36 ist. Schön und gut. Bavaria halt. Ganz gut zum Segeln, aber meist sehr kostengünstig verarbeitet und daher setzt der Verschleiß extrem früh ein.
Als ich aber das Boot gestern zum Übernachten betrat, dachte ich mir noch: so ein Schmarrn-Winkel, man kommt gar nicht gut am Ruder vorbei und mit den Taschen ist das mehr als mühsam.
Ein Blick zum Ruder, Kopfschütteln über die winzige Schräge, die nicht ausreicht, um bei Krängung gut stehen zu können. Ein Blick auf die Backskiste, Kopfschütteln über den schräg abfallenden Verlauf, da man sich auch hier bei Krängung nicht gut abstützen kann.
Und dann: Zingggg! Ein Deja-vu... Schlagartig erinnerte ich mich an ein baugleiches Boot. Die Stella... und Erinnerungen überschwemmten mich. Völlig benommen ging ich unter Deck und allein beim Anblick des Navi-tisches und der schmalen Sitzbänke wurden meine Augen feucht.
Sehr vehement weigerte ich mich, in der Bugkoje zu übernachten. Auch den Salon verweigerte ich... Ich hätte unmöglich dort einschlafen können.
Ich brauchte 2 Stunden, um wieder halbwegs ansprechbar zu sein... das entging natürlich keinem meiner Reisepartner! Weitere 2 Stunden ein Anruf... und um meine Fassung war es entgültig geschehen. Ich saß gerade am Bug und genoß bei einer Zigarette den Anblick der Marina und hörte plötzlich den Nordmann.
Was soll ich sagen? Unglaublich, daß allein die Anwesenheit auf einem baugleichen Schiff diese Erinnerungsflut samt Emotionen hervorrufen kann. Unglaublich, daß allein das Betreten des Schiffes und der Winkel der Backskiste Auslöser war - und nicht die Schiffsmarke, die ich zwar wußte, aber auf der kognitiven Ebene nicht mehr mit den Erinnerungen verbunden war.
Nehalennia - 4. Nov, 16:39
Das Wetter ist eindeutig mehr als herbstlich - so richtig novembermäßig! So sehr ich am Wochenende damit gehadert hab, so sehr konnte ich mich mit dem Wetter anfreunden.
Der Gedanke "jede Jahreszeit hat seinen Nutzen und der November ist die Zeit der Einkehr, Ruhe und Besinnung, um Kräfte für das neue Jahr zu sammeln" ließ mich das feuchte Wetter auf der Couch geniessen. (Nein! ich war NICHT tagelang auf der Couch, allein meine heutige "erledigt"-Liste kann sich sehen lassen!)
Aber mein "Goody" waren 3 Liebesfilme in 2 Tagen. Eine Überdosis G´fühl...
So eine Überdosis G´fühl, daß mein DVD Player seinen Geist aufgegeben hat :-)
Das Eintauchen in die Unwirklichkeit beginnender Lieben war ungewohnt. Längst vergessene Erinnerungen tauchten wieder auf. Plötzlich spürte ich das Fehlen dieses Gefühls. Und ich Naive dachte wirklich, ich stünde über solchen Dingen. Ich dachte wirklich, ich hätte das abgehakt. Mir gehts doch gut! Ich wollte ohnehin keine Beziehung, jetzt, wo ich nicht weiß, wie alles weitergeht. Den Nordmann schieb ich doch schon gekonnt nach jedem Telefonat weit weg...
Der letzte Liebesfilm ging nicht gut aus - Hollywoods berühmtes Ende fehlte... Ich sah seine Tränen, ihren Sarg, den Abspann, hörte die samtigen Klänge voller Trauer und weinte. Still und leise...
Ich erschrak, als ich merkte, um wen ich neben mir weinte... Wenn ich neben materiellen und virtuellen Altlasten auch noch meine emotionalen aufgeräumt hab... puhh... vor allem wenn alle emotionalen Altlasten so langwierig zu beseitigen sind - oje! Ich war über den Schmerz überrascht, von ihm überrollt und ließ es zu - Tränen sollen doch heilen... Wunden schließen...
Interessanterweise war das ein Zustand, der wirklich ok war. Ich versuchte wede mich abzulenken noch auf mich innerlich einzudreschen, weil ich grad mal wieder hysterisch wäre. Nein! Einfach zugelassen...
Herausgerissen wurde ich durch einen späten Anruf um 23.45 - die Sternschnuppe... Gibt es nun Zufälle oder nicht? Ja oder nein - ich weiß es nicht. In Wahrheit spielt es hier keine Rolle mehr...
Nehalennia - 24. Okt, 00:55
Stimmt - ich ahne wieder, daß ich so was wie Intuition hab. In den letzten Monate /Jahren traute ich mir selbst nicht über den Weg.
So schnell ich beim Begreifen/Arbeiten sein kann, so langsam bin ich im Vergleich mit anderen in manchen Belangen. Ich bin nicht 0815, ergo dessen auch hier nicht. Manches erscheint anderen viel zu langsam, aber es ist mein Tempo. Mühsam, langsam, aber beharrlich bewege ich mich mm für mm, aber ich brauche meist keine Wiederholungsschleifen.
Lernen durch Überforderung hasse ich. Ich halte es für unnötig.
Am Wochenende wurde wieder demonstriert, wie so was abläuft. Ich weiß im Voraus, es stresst mich. Warum setz ich mich dem aus?
Ich bin nicht feig, werde aber umso vorsichtiger, je mehr meine Umwelt zum Wahnwitz neigt. Diese Eigendynamik mag ich nicht. Ich hab bewiesen, besch.. Situationen meistern zu können - im Ernstfall schalte ich auf Automatik-Modus, doch wenn ich Ernstfälle bereits im Aufbau erkenne und erahne (im Gegensatz zu anderen), werde ich bockig und verfalle in Bewegungslosigkeit und Grant.
Ich merke meinen Unwillen über Harakiri-Aktionen. Warum macht jemand so was? Vertraut er auf sein Glück? Jedes Glück verleitet ihn zu noch mehr Wahnwitzaktionen. Ich mag nicht dabei sein, wenn ihn sein Glück verläßt. Jetzt weiß ich, an wen mich KTC erinnert... Ach du Schreck! Zwar anders, nicht ganz so selbstzerstörerisch, aber lebt er im Grunde ähnlich "als gäbe es kein morgen".
Im "hier und jetzt" zu sein (und sich NICHT vor morgen zu fürchten) unterschreibe ich mit meinem Blut. Es aber als Ausrede für verantwortungsloses Handeln heranzuziehen, finde ich letztklassig.
Meine Intuition liegt richtig - ich weiß, warum ich mich nie mit ihm eingelassen habe.
Auch der Nordmann legte für Aussenstehende/Nichtwissende Wahnwitzaktionen beim Segeln hin. Und dennoch höchstüberlegt, im Kopf stets Worst-case-Szenarien inkl. Handlungsänderungen. Ich mag waghalsige Situation, wenn man zu 99% weiß, was man tut. Das Wochenende war von 99% Nichtwissen geprägt.
Nehalennia - 10. Sep, 13:51
Ein für mich sehr unaufgeregter Besuch, wo ich nur unspektakuläres - aus meiner Sicht - von mir geben konnte. Ich wußte nicht mal, was erzählen... Selbst der uralte Trick "Was wollte ich um nichts in der Welt erzählen" half nichts.
So plauderte ich vor mich hin. Dachte, welch vergeudete Zeit.
Und doch! Es hat sich was verändert, so ungezwungen, so ohne Kraftanstrengung, ohne Bemühen, ohne Kampf, ohne Verkrampfung, daß es mir kaum auffällt.
- Dzt. spielt kein Mann wirklich eine Rolle in meinem Leben (seit dem Erzählen der Klanen vom Nordmann verschwindet er immer mehr in meinen Gedanken)
- Ich hadere nicht mit meinem Single-Dasein
- Ich kümmere mich um mich (so koche ich dzt. gesund, kein Wunder - 3 kg mehr sind Grund genug was zu tun)
- Ich brauche nicht ständig Action - es irritiert mich zwar zeitweise, aber... kein Grund, in ein Loch zu versinken
- Ich sondiere, was zu mir paßt, was nicht
- Mir ständig "Gutes" zu tun, fällt weg (außer mein geliebter Cappucino mit Milchschaum muß sein) - meine Brieftasche dankt es
- Ich hole vermeintlich überholte Beschäftigungen hervor (stricken, nähen)
- Meine Sinne beschäftigen mich scheinbar (wer hier an Esoterik denkt, liegt falsch)
- ich begebe mich kaum in Machtkämpfe, die früher an der Tagesordnung waren
- Ich stelle vieles in Frage, aber im besten Sinne des Wortes
Auch diese Aufzählung klingt auf dem ersten Blick sehr unspektakulär und doch für mich unglaublich. Wie ist das gelungen?
Nehalennia - 29. Aug, 12:30
Ich schlief schnell ein und gewohnt verfiel ich in tiefen Schlaf. Schlaf nervt mich meist, da ich bewußt nichts machen kann - Lebenszeit verschenke. Und doch macht das Unterbewußte einen Job.
Heute nacht suchte ich nach Körperkontakt. Im Wachwerden zogen Fetzen des Traumes wie Nebelschwaden an mir vorüber. Traurigkeit machte sich breit, doch das Verstehen von Motivationen macht es leichter. Wissen beruhigt mich, da es keinen Platz mehr für Interpretationen läßt. Kein Zaudern mehr, Herumdrehen von möglichen Motiven, Interpretationen über Interpretation über das vielleicht Gemeinte - all das fällt mit Wissen weg. Es erleichtert, da ich im Grübeln mich selbst immer in Frage stelle (was gut ist), mich aber zumeist dabei abwerte (was schlecht ist).
Meine Augen sind schwer und ich seufze. Ich sehne mich nach Schlaf, der beruhigt, der verarbeitet. Auch wenn´s Lebenszeit ist, die ich nicht bewußt erlebe.
Allerdings ist für solche Momente auch Segeln ein gutes Mittel. Die scheinbar unendliche Weite des Wassers, das unmittelbar Ausgeliefertsein den Naturelementen, das wiederum unmittelbare Reaktion verlangt ;-) Wind, der trübe Gedanken wegscheucht.
Also raus hier ;-)
edit: sch... kein Wind lt. Wetterstation am See - grrrrrr!!
Nehalennia - 17. Jun, 11:31
Zur Zeit scheinen mich meine unterschiedlichen Vergangenheiten geballt einzuholen.
Schon vor mehr als einem Jahr lief ich einem Menschen, der mir mal sehr nahe stand, im Haus meines Osteopathen völlig überraschend über den Weg. Tatsächlich blieb der Kontakt bestehen und mit diesem schien sich dieser der Teil der Vergangenheit mit einigen Verästelungen wieder in die Gegenwart zu verknüpfen. Eigenwillig, es war so als lägen keine 11 Jahre dazwischen. Beim 40iger des einen traf ich andere aus dieser Zeitepoche. Eigentlich veränderten sich alle so gut wie nicht. Und wie damals mochte ich mit manchen kaum ein Wort sprechen. Doch ich glaube, meine Einstellung hat sich gefestigt ;-) Gut so!
Mein Nachbar schickte mir über die Jahre immer wieder unvermutet SMS. Gestern trafen wir uns... Ein eigenwilliger Ausflug in die Vergangenheit meiner Ehe. Meine Schultern verkrampften sich bei der Nennung einiger Personen und beim Kommentieren mancher Situationen. Nein, diesen Teil möchte ich nicht wieder aufleben lassen. Eine Welt voller Schein und kein Fünkchen Sein. Ich möchte hier definitiv nicht mit!
Vorgestern (wie so oft) eine unbekannte Nummer am Festnetztelefon. Entgegen meiner sonstigen Angewohnheit packte mich die Neugierde und ich rief zurück. Eine Stimme, die ich vermutlich vor 12 Jahren das letzte Mal hörte... Tom Cruise (nein, nicht der Schauspieler, doch die Ähnlichkeit war schon zu Schulzeiten und Top Gun verblüffend - entgegen vieler fand ich den Schauspieler immer widerwärtig)... ich war verblüfft! Wir telefonierten erstaunlich lange und verabredeten morgen ein Frühstück.
Ich bin mir nie sicher, ob ich an Zufälle glaube oder eben nicht. Wenn das alles kein Zufall ist, warum passiert das jetzt? Was soll ich jetzt schon wieder lernen? Liebes Samsara, Leben, Lehren - bitte dieses Mal auf eine Art, daß ich es wirklich begreife ;-) Manche offensichtliche Lektionen des Lebens scheine ich nicht kapiert zu haben... (soviel zu meinen blonden Haaren ;-))
Nehalennia - 8. Apr, 17:08